Das universelle Gelübde -die Yamas und Niyamas

Was wäre, wenn jeder nach dem universellem Gelübde denken und handeln würde: die Welt wäre wie wir sie uns wünschen:

Eine Welt der Gewaltlosigkeit und echtes Mitgefühl für alles Lebendige – Ahimsa.

Vollkommene Aufrichtigkeit , keine Angst die Wahrheit zu suchen und ihr ins Gesicht zu sehen und sie auszusprechen und aus der Wahrheit heraus zu handeln – Satya

Keiner würde mehr verlangen als nötig und aus der Fülle in der Welt nur schöpfen, was er für sich wirklich benötigt. Das Horten von Besitztümern aus Angst und mangelndem Vertrauen hätte ein Ende. Ausbeutung und Armut würden sich auflösen – Asteya

Aus der jedem innewohnenden Intuition würde sich jeder mässigen und bestimmen was zu tun ist und sich nicht mehr fremd beherrschen lassen – Brahmacharya

Jeder könnte die Schönheit der Welt in all ihrer Pracht geniessen und müsste diese Momente des Glücks nicht festhalten wollen aus Angst, das momentane Glück zu verlieren, denn das Glück liegt im Loslassen und nicht im Festhalten – Aparagraha

Die Schulung und Pflege des Geistes, Wandlung des konditionierten Geistes in einen freien Geist nehmen den gleichen Stellenwert ein wie die Pflege und das Gesundhalten des Körpers – Sauca

Eine Zufriedenheit und Wertschätzung den einfachsten Dingen gegenüber ersetzen den oft unnötigen und zerstörerischen Konsum – Santosa

Die Befreiung des inneren Feuers, seine wahren Bedürfnisse zu kennen und zu leben, dem tiefsten Wesenskern nah zu sein beenden die Frage nach dem Sinn des Lebens – Tapas

Hingabe und die Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens und der eigenen Existenz bringen den ersehnten inneren Frieden ohne den kein äusserer Frieden möglich ist – Iswarapranadhara

Wovon rede ich nur? Von den Yamas und Niyamas , dem ersten Teil der 8 Glieder im Yoga den sozialen, ethischen und moralischen Regeln, die psychosozialen Grundvoraussetzungen auf dem Yogaweg. Hat man diese ethischen Grundsätze verinnerlicht ist das regelmässige Üben der yogischen Körperstellungen den Asanas und Atemübungen dem Pranayama geistig fundiert. Dann können auch die drei letzten Glieder des Yoga das Zurückziehen der Sinne von den äusseren Objekten Pratyahara, das Üben absoluter Konzentration Dharana und schlussendlich die Königsübung im Yoga die Meditation Dhyana das vollbringen wovon ich am Anfang gesprochen habe, den Zustand des Yoga.
All dies kann man eigentlich nur verstehen, wenn man es selbst erfährt. Nur was man selbst erfahren hat wird zur eigenen Wahrheit. Mein Vertrauen in Yoga ist so gross, weil es keine Ideologie hat, es gewährt so viele Wege wie es Lebewesen hat, man muss noch nicht einmal klassisch Yoga praktizieren um Yoga zu erreichen. Aber Yoga ist ein unschätzbares Instrument, das vor tausenden von Jahren in unsere Welt gekommen ist und wahrscheinlich so lange bleiben wird bis jeder den Zustand des Yoga erreicht hat.

Petra Grothe, Architektin und Yogalehrerin in Biel/Bienne.

www. einfachyoga.ch